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Liebe Tourteilnehmer, Radsportfreunde und solche, die es werden wollen!
Die diesjährige Westsektorenrundfahrt ist Geschichte, so wie die Mauer, auf deren Spuren wir uns bewegt haben. Am Samstag, dem denkwürdigen 13. August, haben wir uns um 9.30 Uhr am Brandenburger Tor getroffen. Wir, das waren Groß – Ukk, Tanne, Britta, Klein – Ukk, Nase, Steffi und Mark. Tourteilnehmer der 1. Etappe waren: Nase, Steffi, Tanne, Groß – Ukk und Britta im Shuttleservice. Doch auch der kleine Ukk sollte gleich zu Beginn eine wichtige Rolle spielen. Wir hatten uns gerade zum Startphoto vor der Quadriga aufgestellt als mein Muli das 1. Mal bockte. Ich hatte einen Platten, noch bevor wir 100 Meter gefahren sind. Das Fahrrad kam in den Portas – Transporter und der Fahrradhändler am Alex reparierte das gute Stück in 10 Minuten. Nun noch die frisch gedruckten Westsektorenrundfahrt – T – shirts angezogen und es konnte endlich losgehen. Natürlich fuhren wir vom Alex zum Brandenburger Tor zurück, um auch ja nichts zu verfälschen. Die Kilometerzähler wurden auf NULL gestellt und die eigentliche Rundfahrt konnte beginnen. Bezeichnend für die 1. Etappe waren die Pausen. Die erste legten wir gleich nach ca. 1,7 Kilometern ein. Schnittchen, Pfeifchen, die Beine ausstrecken und die Route besprechen, dann ging es schon weiter. Das Wetter war uns hold (auf der ganzen Tour) und obwohl es überwiegend bedeckt war und sich die „gelbe Sau“ nur selten am Himmel zeigte, blieben wir bis auf wenige Ausnahmen trocken. Bei Friede Springer vorbei ging es nun nach Kreuzberg in die Köpenicker Straße zum Frühstück. Frisch gestärkt, fuhren wir den vorgegebenen Weg weiter. Über das Schlesische Tor nach Treptow, ließen den Grenzwachturm an der Puschkinallee links liegen, vorbei an der Wagenburg, parallel zum Landwehrkanal und hielten Höhe Kiefholzstraße zum 1. Photo direkt auf dem Mauerstreifen. Diesen verließen wir jetzt kurzzeitig um auf dem schnellsten Weg am Heidekampgraben bis nach Baumschulenweg und zur Autobahnauffahrt Späthstraße zu gelangen. Erstmal drauf, gab es für uns kein Tempolimit mehr. Wir rasten bis zum vorläufigen Ende, Altglienicke, Wegedornstraße. Als wir den steilen Abhang, der uns von der schnellen Straße hinabführte, unbeschadet überwunden hatten, wartete schon das nächste Abenteuer in Rudow auf uns. Wir fanden uns plötzlich auf einer Weide, umzingelt von wilden Tieren wieder. Einige von ihnen schienen aus Hannover zu stammen. Auf Grund der übergroßen Angst und der Hast, die wir bei unserem Aufbruch an den Tag legten, ließ Ukk seinen prall gefüllten Rucksack stehen. Im Ostburger Eck legten wir deshalb eine Zwangspause ein und zum Glück waren alle Reichtümer noch da, als Ukk seine „Sieben Sachen“ wieder abholte. Er kam gerade noch rechtzeitig dazu, als ein paar Banditen den Fund gerade untersuchen wollten. Nach dieser Aufregung ging es nun in aller Ruhe und wieder mit vielen Pausen weiter. Zuerst auf der Waltersdorfer Chaussee stadteinwärts bis wir am U-Bhf Rudow links auf die Großziethener Straße gelangten. Wenn ich mich recht erinnere beging Ukk auf dieser Straße den größten Fehler dieser Reise. Er verstellte seinen Fahrradsattel um von nun an bequemer zu sitzen. Doch das war fatal und hatte schlimme Folgen. Von nun an hielten wir nämlich alle 500m bis 2km an, damit der Sattel wieder festgeschraubt würde. Nach und nach waren die Nerven zum Zerreißen gespannt und jeder blickte angsterfüllt auf den nächsten Huckel. Der Dörferblick wurde diesmal umfahren und nun immer der „Nase“ nach bis nach Lichtenrade. Bei einer Regenpause gab es lecker Rippchen, Eier und selbstgebackenes Brot von Britta. Nun befanden wir uns wieder direkt auf dem ehemaligen Grenzstreifen und radelten bis nach Teltow. Das letzte Stück bis zum Zeltplatz führte uns direkt am Ufer des Teltowkanales entlang. Ein schmaler Weg, der teilweise stark zum Kanal hin abgesenkt war, forderte unser ganzes Können und unsere gesamte Konzentration. Ein Crash zwischen Ukk und Tanne kurz vor dem Ende unserer 1. Etappe forderte keine Menschenopfer und so kamen wir dann glücklich und wohlbehalten zum Ziel unserer 1. Etappe. Gabi, Ukk und Mark erwarteten und schon und später kam auch Britta dazu. Nun war nur noch unser Nachtlager ungeklärt, denn der Zeltplatz war ausgebucht. Ersatz wurde schnell gefunden. Im Hotel „More one“ gegenüber vom „Iltis“ legten wir unser müdes Haupt zur Ruhe.
Am Morgen der 2. Etappe gesellten sich Kai und Stefan nach dem Frühstück zu uns. Mit diesen 7 Mann, waren wir die erste und größte Gruppe, der Peter Böger die letzten Überreste der Güst Drewitz – Dreilinden zeigte und erläuterte. Es waren spannende und interessante 1,5 Stunden, doch dann mussten wir weiter. Zuerst ging es ganz entspannt durch den Wald zum Wannsee hinunter. Auf der Fähre nach Kladow vermuteten einige Tourteilnehmer ein Bombenattentat durch verschleierte Mitfahrer, doch auch diesen Streckenabschnitt haben wir unbeschadet überstanden. In Kladow gab es auf dem Hafenfest ein Bier und für Ukk, der am Vorabend bei der leidgeprüften Kellnerin eine „gepökelte Eulenfresse in Aspik“ bestellt hatte, gab es von uns eine Eule am Spieß. Unser Weg führte uns im weiteren Verlauf der Reise am Hahnenberg vorbei und durch wunderschöne Wälder mit Achterbahncharakter. Wir rollten direkt bis ins „Grenzeck“, die dunkelste Eckkneipe neben dem „Eisbeineck“. 2 Bier und ein paar blöde Sprüche später ging es mit immer wunderem Hintern wieder auf das Foltergerät in Richtung Niederneuendorf. Das sollte das Ende der 2. Etappe sein, doch wir kamen zu früh – es war erst 16.00 Uhr. Also beschlossen wir weiter zu fahren und brachten Kai bis vor die Haustür. Obwohl die 2. Etappe kürzer und die Wege besser ausgebaut waren, fühlten wir uns am Ende des Tages ausgepumpt und leer. Das sollte sich jedoch in der Pension, gegenüber vom S-Bhf Birkenwerder, rasch wieder ändern. Nachdem unsere Shuttle – Service – Britta wieder bei uns war, gab´s Abendbrot und reichlich Bier. Erst im Gastraum, der bis unter die Decke mit amerikanischen Autokennzeichen gepflastert war und später im komfortablen Zimmer mit eigenem Bier. Es gab sogar einen Fernsehanschluss, doch leider konnten wir bis heute nicht klären, wie viel Cent in der Dauergewinnsendung nun zu sehen waren. Wir feierten den zweiten Etappensieg bis in die frühen Morgenstunden.
Da uns die 2 Mitstreiter der 2. Etappe bereits am Vorabend verlassen hatten, kam nun der Ersatzmann Kiel zum letzten Abschnitt herbeigeradelt. Anfänglich gab es ein paar Probleme mit der Route, doch dann, es war schon gegen 11.00 Uhr, ging es los. Von Birkenwerder aus starteten wir nach Nordbahn Glienicke und besichtigten unterwegs viele schöne Villen und Häuser. Nun ging es hart links weiter bis wir das Tegeler Fließ erreichten. Wir bemühten uns die zahlreichen Jogger und Walker großräumig zu umfahren. Alles ging gut bis der Boden anfing unter uns nachzugeben, sprich sumpfig zu werden. Das war Tannes` Unglück! Alle Mitstreiter umfuhren das gemeine Sumpfloch langsam und vorsichtig, doch Tanne, im früheren Leben Stuntman, preschte mittendurch. Das Vorderrad blieb stecken, das Hinterrad kam wie einem bockigen Pferd hoch und Tanne segelte wie im Geier – Sturzflug in den Dreck. Ein unvergesslicher Augenblick!!! Ein Stück weit ging alles gut, bis wir zu einem Reiterhof kamen, wo adrette Springreiterinnen ihr Können zeigten. Doch nicht für jeden liegt alles Glück dieser Erde beim Pferde. Nase hatte sich wohl zu dicht an den Zaun gewagt, als eines dieser garstigen Tiere die Nüstern blähte und ihn anschnodderte. IIHH, PFUI, BAH BAH Um nach Lübars zu gelangen, mussten wir einen irren Berg bezwingen. Natürlich ging meine Gangschaltung (eh nur 3 Gänge) kaputt und Nase war so freundlich sie zu reparieren als keine Steigung mehr vor uns lag. Auf dem Weg nach Wilhelmsruh sah man zum 1. Mal wieder den Fernsehturm und heimatliche Gefühle stellten sich ein. Nachdem wir ein Werksgelände, mit einem Stück der Mauer darauf, passiert hatten, stillten wir unseren Hunger in einem gemütlichen Lokal an der Schulzestraße. Frisch und ausgeruht ging es auf dem Grenzstreifen weiter, bis zur Bornholmer Brücke, vorbei am Mauerpark und dem Jahn Sportpark. An der Bernauerstraße konnten wir ein Stück der wieder aufgebauten Mauer, mit dahinter liegendem Grenzstreifen, besichtigen. Obwohl niemand ernsthaft verletzt war fuhren wir über das Charitégelände und dann schnurstracks ins Regierungsviertel. Ein kurzer Abstecher führte uns noch unter den neuen Lehrter Bahnhof. Den Reichstag ließen wir nun rechts liegen und kamen auf die Zieleinfahrt zum Brandenburger Tor. Die 2. Westsektorenrundfahrt war nun eigentlich zu Ende doch das musste natürlich gebührend und teuer gefeiert werden. Das taten wir ausgiebig im ältesten Lokal Berlins, „Zur letzten Instanz“!
Diese Fahrt hat irre Spaß gemacht, ich kann es nur jedem empfehlen selbst einmal daran teilzunehmen.
Liebe Grüße, Eure Hut – ab - Steffi
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